Die Metzgerei im Jahre 1902
Die Metzgerei im Jahre 1902

„Gang mr no i d‘Metzg und hol a Pfund argentinisches Fleisch!”, ließ man den jungen Rudolf Giesinger in den 1920er Jahren nach dem Ersten Weltkrieg in die Metzgerei Ender hinüberlaufen.  Das Haus hat sich im Laufe der Jahre stark verändert.

In den Anfängen sorgten lediglich die geschlossenen Fensterläden für etwas Kühlung im Fleischerladen und in der Wursterei im Erdgeschoss. Im Übrigen stand, separat daneben gebaut, schon ein kleines Kühlhaus zur Verfügung, aus dem zweitweise ein stinkendes Ammoniakabwasserbächlein zur Straße und in den Blodergraben floss. Unter der Schlachthaustür, ganz rechts, standen oft Kinder und durften den messerwetzenden Metzgergesellen zuschauen und manchmal auch eine „Sublotera“ als Luftballonersatz zum Spielen mitnehmen. Dieses Haus übernahm Rudolf Riedmann 1936 fast so, wie es hier auf einer Aufnahme von 1902 („Metzgers Luggi“ noch ein Büblein) zu sehen ist. Im weiteren Verlauf wurde die Metzgerei von der Familie Riedmann zu einem weit über die Gemeindegrenzen bekannten Supermarkt ausgebaut. Im Februar 2020 zogen sich die Nachfahren Arno und Werner Riedmann schließlich aus dem operativen Geschäft zurück und vermieteten die auf 1200 Quadratmeter angewachsenen Räumlichkeiten, nach über 80 Jahren an kaufmännischer Tätigkeit, an das Unternehmen MERKUR. Mittlerweile wurde der Supermarkt in BILLAPLUS umbenannt.

 

Die Metzgerei Riedmann nach der Erweiterung in den 1960er-Jahren
Die Metzgerei Riedmann nach der Erweiterung in den 1960er-Jahren
Das Gebäude in den 1970er-Jahren
Das Gebäude in den 1970er-Jahren
Das Gebäude im Jahr 2021
Das Gebäude im Jahr 2021 inkl. Poilzeidienststelle und Supermarkt