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Weite und Vielfalt

Letzte Woche der Nuderscher Ausstellung im Altacher KOM 17.7.: Übergabe ausgewählter Blätter an die Kunstsammlung der Gemeinde Altach
Weite und Vielfalt

Kein Wunder, dass er sich immer (von seiner Frau) wieder in das Vorderland chauffieren ließ: Das Ried zwischen Meiningen und Klaus, in dem die mensana-Wandergruppe Bernd Brändles Ende Juni auf den Spuren des Altacher Malers und Bäckers Gottlieb Nuderscher wanderte, eröffnet seltene Perspektiven an Weite und Vielfalt – vom bunt „gestrickten“ Fraxner Hang, der ihn besonders motivierte, über die Inselberge zu den Iriswiesen Richtung Alvierstock im Süden und zur Sturzwand des Alpsteins gleich über der Grenze.

Anschauliche Geschichte
Dem Historiker und Nationalrat Harald Walser bot die Radtour KOM-Bauern-Widenfeld-Bäckerei Nuderscher am 25. 6. Gelegenheit zu einer anschaulichen Einführung in die Geschichte Altachs anhand der Vergrößerung von Bildern, die derzeit das Ortsbild mitprägen. Als grenznaher Verkehrsknoten in der Landesmitte war Altach-Bauern nie nur Agrargemeinde, wie noch erhaltene Architektur zeigt. Als Stickereidorf hing es sehr von der Konjunktur ab und war armutsgefährdeter als andere Gemeinden. Die historische Führung endete als Abschiedsbesuch in der nunmehr geschlossenen Konditorei, deren zweiter Chef der Maler war.

Tulpen und Narzissen
Wussten Sie, dass sich Narzissen und (aus dem Orient stammende) Tulpen in ein und derselben Vase nicht vertragen? Oder warum Gerichte früher unter Lindenbäumen tagten, deren Wohlduft derzeit das Dorf erfüllt? - Um die Richter milde zu stimmen, so Ing. Geringer, der Gartenbauspezialist und Florist, der Schüler und anderen Blumen- und Pflanzenfreunde zum zweiten Teil der Ausstellung im Foyer des Pfarrzentrums führte. Dort ist bis 18.7. eine Auswahl der unzähligen Blumenstillleben zu sehen, die Nuderscher während seines letzten Lebensjahrzehnts malte. Krankheitshalber konnte er im Alter nicht mehr ins Freie.

Was ist ein Nuderscher wert?
Ein kleines, aber erlesenes internationales Publikum dachte am 1. 7. mit Willibald Feinig, dem Kurator der Ausstellung und Autor des Buchs über Nuderscher und sein Werk nach.

Es stellt einmal das Marktdenken in Frage, das alles durchdringt, auch Bildung, Sport und Information. Der Autodidakt Nuderscher, so der Referent weiter, der den Nachlass im Auftrag der Tochter aufgearbeitet hat, erfand für sich die grafische Technik des Aquarells neu. Mit seiner Kunstübung öffnet er den gewohnten, leicht übersehenen Lebensraum und lässt die Größe der Natur und Landschaft erleben. Dass ein konsequenter Künstler sieben Jahrzehnte lang so gut wie anonym in Altach gemalt hat, sei ein Schatz von hohem Wert.

Finissage
Einige Dutzend Blätter aus dem Werk werden zum Abschluss der Ausstellung am Sonntag, 17.7., um 19h Uhr durch Annemarie Fenkart an Bürgermeister Gottfried Brändle übergeben. Sie gehören fortan zur Kunstsammlung der Gemeinde Altach.

Während der Öffnungszeiten (Samstag, 17-20 Uhr, Sonntag 11 – 20 Uhr) kann auch die Nuderscher-Monographie (mit 300 Abbildungen) zu einem Sonderpreis im KOM erworben werden, ebenso einzelne Aquarelle. (Separate Führungen bitte über 05576 7178-103 vereinbaren.)

Altach, KOM (Kirchfeldstraße 1a)
17.7. (So), 19 h
Finissage
G.
Nuderscher Aquarelle 1919 – 1994

Die Ausstellung (zweiter Teil im Foyer des Pfarrzentrums) ist noch geöffnet bis 17.7. 2016.
Öffnungszeiten: Sa 17 – 20 Uhr, So 11 – 20 Uhr und nach Vereinbarung (Gemeinde Altach, 05576 7178-103)

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