Info-Offensive für mehr Sicherheit bei Rhein-Hochwasser

In den nächsten Tagen geht an alle Haushalte der Rheinanliegergemeinden eine Broschüre als praktischer Ratgeber bei Rheinhochwasser.
Info-Offensive für mehr Sicherheit bei Rhein-Hochwasser

Anders als in der Vergangenheit ist der Alpenrhein heute keine ständige Bedrohung mehr. Trotzdem gilt es, sehr wachsam zu sein, denn bei starken Niederschlägen im Einzugsgebiet können die Wassermassen schnell und sprunghaft ansteigen. Im Falle des Falles ist schnelles Handeln gefragt: sollten die Dämme am Rhein brechen, ist eine Evakuierung von Teilen des Rheintals erforderlich. Diese Evakuierung kann nur dann gelingen, wenn alle Einsatzorganisationen an einem Strang ziehen – und wenn die Bevölkerung entsprechend informiert ist und weiß, was im Notfall zu tun ist. Deswegen haben Land Vorarlberg und die elf Rheinanliegergemeinden eine Informationsbroschüre entwickelt, die das richtige Verhalten im Extremfall beschreibt. In den nächsten Tagen wird diese Broschüre an alle Haushalte der Rheinanlieger-Gemeinden versendet werden.

 „Wir nehmen die Gefahr, welche der Alpenrhein mit sich bringt, sehr ernst“, erklärt Landeshauptmann Markus Wallner und fügt hinzu: „Es ist wichtig, dass wir uns auf diesen Ernstfall entsprechend vorbereiten, denn das Schadenspotenzial, das der Rhein etwa bei einem 300-jährigen Hochwasser verursachen kann, ist enorm.“ Deswegen starten Land, die Bezirkshauptmannschaften Feldkirch, Dornbirn und Bregenz sowie die betroffenen Gemeinden Gaißau, Höchst, Fußach, Hard, Lustenau, Hohenems, Altach, Götzis, Mäder, Koblach und Meiningen eine Informationsoffensive.

„Hochwasser hat es schon immer gegeben. Sie sind Teil des natürlichen Wasserkreislaufes. Für den Menschen können sie allerdings gefährlich werden. Ein stärkeres Bewusstsein hinsichtlich der Gefahr, eine rechtzeitige Vorsorge und ein richtiges Verhalten im Extremfall können helfen, diese Gefahr so gering wie möglich zu halten. Mit diesem praktischen Ratgeber wollen wir wichtige Informationen auf einen Blick bereitstellen“, erklärt Sicherheitslandesrat Christian Gantner. Neben der Broschüre „Für unsere Sicherheit bei Rheinhochwasser“, die an alle 80.000 Haushalte geht, wurden weitere Informationskanäle für die Bevölkerung eingerichtet. Außerdem soll in einer großen Rheinhochwasserübung am 22. und 23. Juni 2018 u.a. die Information an die Medien und die Bevölkerung erprobt werden.

Gut informierte Bevölkerung von maßgeblicher Bedeutung

In jüngster Zeit sind entlang des Alpenrheins zahlreiche Vorkehrungen getroffen worden, die im Falle eines drohenden Unglücks effektiven Schutz bieten. Außerdem liefern moderne Frühwarnsysteme heute genaue und verlässliche Informationen über nahende Gefahren für die Menschen in den betroffenen Gemeinden.  Das Restrisiko einer Überschwemmung bleibt jedoch. In diesem Fall kann es zu Evakuierungen im gesamten Rheintal kommen. Behörden, Feuerwehren und Rettungsorganisationen haben gemeinsam zahlreiche Vorbereitungen getroffen, damit im Ernstfall die in den Katastrophenschutzplänen vorgesehenen Maßnahmen sofort umgesetzt werden können. Dabei ist aber auch die Bevölkerung gefordert. Denn nur wenn auch alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Verantwortlichen von Betrieben und Einrichtungen die entsprechenden Verhaltensregeln bereits vorab genau kennen, ist ein effektives und schnelles Handeln im Ernstfall möglich.

Vorsorgemaßnahmen – für jeden eine Verpflichtung!

Hochwasserschutz geht alle an! Dieser ist nur dann möglich und erfolgreich, wenn die  gesamte Bevölkerung vorab ausreichend informiert ist. Im Notfall zählt jede Minute: Jede Bürge¬rin und jeder Bürger muss genau wissen, was zu tun ist, um keine Zeit zu verlieren. Die Einsatzkräfte werden es nicht schaffen, jeder Einzelnen bzw. jedem Einzelnen zu helfen. Es gilt das Prinzip der eigenverantwortlichen Selbsthilfe.

Das geltende Katastrophenhilfegesetz Vorarlbergs verpflichtet über Anordnung der Gemeinde „jeden Haushaltsvorstand und ebenso die Inhaber von gewerblichen oder industriellen Betrieben, die Erhalter von Schulen, Heimen und Kindergärten sowie die Träger von Krankenanstalten, einen Notfallplan mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ zu erstellen.

Notfallplan für Betriebe, Schulen, Heime, Kindergärten , Krankenhäuser, etc.

Diese wichtigen Informationen und Hinweise stellen Land und Gemeinden gemeinsam in einer für jede Gemeinde adaptierten Broschüre bereit. Außerdem enthält die Broschüre ebendiesen Notfallplan,  den jeder Haushalt mit den noch fehlenden Informationen ergänzen sollte. Diese wird in den nächsten Tagen in jedem Haushalt der elf Gemeinden einlangen.

Auch Betriebe, Schulen, Heime und Kindergärten sollten spezielle Notfallpläne erarbeiten. Das geltende Katastrophenhilfegesetz verpflichtet alle Eigentümerinnen und Eigentümer von Betrieben, Erhalter von Schulen, Heimen und Kindergärten sowie Träger von Krankenanstalten im Falle einer Katastrophe rechtzeitig „lebensrettende Sofortmaßnahmen“ für Betriebsangehörige bzw. BewohnerInnen durchzuführen.

Was tun, wenn der Extremfall dann wirklich eintritt?

Werden bestimmte Pegelstände am Alpenrhein überschritten, dann wird die Gemeindeeinsatzleitung sofort aktiv. Für die Bevölkerung ist es wichtig, zwischen drei Phasen zu unterscheiden – und die vorgesehenen Maßnahmen eigenverantwortlich durchzuführen. Die Broschüre gibt genaue Handlungsanweisungen – außerdem sollte die Bevölkerung auf die Informationen von Seiten der offiziellen Stellen (Land, BH, Gemeinde) achten.

Weitere Informationen gibt es auch auf www.altach.at/katastrophenschutz

 

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